Lesvos nightprotest4
Über den dramatischen Kampf von Geflüchteten und griechischen Bewohner*innen der Insel Lesvos: Seit März 2016 führt die griechische Insel Lesvos einen unerbittlichen Kampf gegen die fatalen Folgen des sogenannten EU-Türkei-Abkommens. Laut diesem Abkommen unterliegen alle über dieTürkei kommenden Geflüchteten einer geographischen Einschränkung (geographical limitation) und können bis zu einem positiven Entscheid ihres Asylgesuchs die Insel nicht verlassen. Dies hat zur Folge, dass tausende Geflüchtete unterversorgt auf der Insel Lesvos bei eisigen Temperaturen unter menschenunwürdigen Bedingungen in selbstgekauften Sommerzelten ausharren müssen. Das größte, für 2.300 Personen konzipierte Flüchtlingscamp Moria liegt mit einer geschätzten Bewohner*innenzahl von über 6.000 um ein vielfaches über seiner Kapazität: endlose Warteschlangen bei der Essensausgabe, unzureichende medizinische Betreuung und nächtliche Ausschreitungen der Campbewohner*innen sind die Folgen. 

Am 15. November 2017 erklärte der Bürgermeister der Insel, Spyros Galinos, einen Generalstreik mit der Forderung nach einer Entlastung der betroffenen Inseln. Seit dem 28. November 2017 halten Geflüchtete und sich solidarisierende Aktivist*innen der griechischen Pro-Flüchtlingsbewegung Musaferat aus Protest gegen die geographische Einschränkung das Parteibüro der Regierungspartei Syriza besetzt. Doch nicht zuletzt die vor den Küsten von Mytilini patrouillierenden Kriegsschiffe der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (kurz: Frontex) erinnern deutlich daran, dass die politischen Entscheidungen, welche das Leben der Inselbewohner*innen direkt betreffen, nicht auf Lesvos oder in Athen, sondern in den Machtzentren Europas getroffen werden. 

Durch Video- und Audiomaterial, welches der Sozialwissenschaftler David Leupold selbst während seines einmonatigen Aufenthalts als Farsi-Dolmetscher und Aktivist auf Lesvos gesammelt hat und dem Podcast "Voices of Lesvos" des irischen Aktivisten Rob Moloney soll aus erster Hand ein Eindruck von der Situation auf der Insel entstehen. 
Medien: Original Filmmaterial, Vortrag, Diskussion 

Referent: David Leupold 
Moderation: Gökhan Tuncer 

Teilnahme kostenfrei
Anmeldung bitte unter
https://programm.bildungswerk-boell.de/index.php?kathaupt=11&knr=18-0104

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Bild © Leupold 2017

Zeitraum

19.01.2018, 18:30 Uhr - 19.01.2018, 20:00 Uhr

Adresse

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Sebastianstr. 21
10179
Berlin

Eingetragen von

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung

Aktionsform

(Film-) Vortrag und Diskussion

Themenkategorien

Globalisierung / Entwicklung / Migration

Website

https://www.bildungswerk-boell.de/de

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